ÄGYPTOLOGIE
INFORMATIONSBLATT
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DER
DEUTSCHSPRACHIGEN ÄGYPTOLOGIE

Abschlussarbeiten: Basel

Master

Fischfang und -verarbeitung im Mittleren Reich anhand des Beispiels von Elephantine (Arbeitstitel)
Gubler, Sandra

Dissertation

If you hurt me, I erase you. Iconoclasm in Old Kingdom Élite Tombs
Allen, Vera E.
Ever since humankind made its first appearance on earth, iconoclasm has gone hand in hand with its cultural, spiritual and political making and breaking: from the erasure of imperial Roman effigies on monuments to the destruction of religious icons during the Protestant Reformation and the more recent tearing down of archaeological sites by misguided disciples of ISIS. The focus of this project will be on specific acts of destruction carried out during the Egyptian Old Kingdom (2686-2181 B.C.), acts that were aimed at erasing decorative elements - both figurative and textual - from the walls of private élite tombs and, wherever possible, from their corresponding funerary equipment. Through an analysis of the most significant examples gathered from necropolis tombs across the country, the chief aim is to obtain a more thorough understanding of how the ancient Egyptians conceived of icons and their destruction in relation to the intimate and sacred sphere of the tomb, which was nevertheless still partly accessible to the public. Moreover, with the help of statistical analysis, attempts will be made to outline possible patterns and differentiations of damage, through the comparison of case studies both from the same site and different cemeteries. In this way it will be possible to advance a hypothesis concerning the time frame and modalities of the iconoclastic act, create typologies of damage and perhaps even retrieve some information about the iconoclasts themselves.
‹Zeichen, die die Welt bedeuten› - ptolemäerzeitliche Graphien mit supplementärem Sinngehalt.
Arpagaus, Daniel
Funktionseliten des Mittleren Reiches – Kommunikationsmedien und Gruppenidentität(en)
Bohnenkämper, Lukas
Das Dissertationsvorhaben geht der Frage nach, wie die aus hohen Amtsträgern (Wesire, Hohepriester, Gauverwalter, Stadtverwalter usw.) bestehende(n) Funktionselite(n) des Mittleren Reiches (11.–12. Dynastie, ca. 2070/2060–1800/1790 v. Chr.) spezifische Repräsentations- beziehungsweise Kommunikationsmedien wie Landschafts-, Architektur-, Bild- und Textelemente einsetze(n), um eine distinkte Gruppenidentität respektive amtsbezogene / regionale Gruppenidentitäten diskursiv zu konstruieren. Gruppen werden in diesem Zusammenhang nicht als gegebene Einheiten eines sozialen Systems oder Netzwerkes verstanden, «sondern sie existieren immer im graduellen Maße der Generalisierung von Gruppenidentität und symbolischer Außengrenze. Die Prozesse der Etablierung von Identität und Grenze kann man als ‚Institutionalisierung‛ verstehen.» (J. Fuhse, Gruppe und Netzwerk–eine begriffsgeschichtliche Rekonstruktion, Berliner Journal für Soziologie 16, 2006, 259). Die hinsichtlich dieser Frage ausgewerteten Quellen umfassen unter anderem Gräber, Stelen und Statuen aus Grab- und Tempelkontexten sowie Felsinschriften aus auswärtigen Gebieten, aus denen Ressourcen beschafft wurden. Als exemplarisches Vergleichsmaterial dienen Quellen aus der 13.–16./17. Dynastie (ca. 1800/1790–1560/1540 v. Chr.).
“You should treat the she-ass well, doing the right thing.” The human-animal relationships in Deir el-Medina and the broader Theban region during the New Kingdom
Crabbé, Audrey
in Basel von HS21 bis FS22 und seit HS22 an der Uni Groningen
Mix and Match: Contextualising the socio-cultural factors of the Late Funerary Literature
Dogaer, Lauren
Re-understanding the Second Document of Breathing – An Emic Approach
Fong, Cyprian H.W.
Palimpsests among the Heterogeneous Papyri from Deir el-Medina: Scribal Practices and (Re)Use in a Comparative Perspective
Hertel, Elena Luise
Most research on ancient Egyptian papyri focuses on the content of the text written on them. However, systematic studies of the material aspects – the papyrus sheet, the ink, the arrangement of texts, the peculiarities of the writing, etc. – can reveal a lot of information on writing customs and the role of manuscripts in ancient Egyptian society. The aim of my PhD is to study use and reuse of papyri at the end of the Egyptian Bronze Age by following a materiality-focused methodology. The topic of reuse of papyri is frequently mentioned in Egyptological literature and particularly in studies of written material from Deir el-Medina, where the reuse of papyri was commonplace. Nonetheless, the topic has never been studied extensively. Papyrus was reused in various ways, for instance by writing on the empty backside or sometimes even the margins of another manuscript of unrelated content. Occasionally, the ink of a previous inscription was removed to gain room for a new text, thus making the papyrus a palimpsest. My PhD project is aimed to shed light on ideas and concepts of repeated use of text carriers in Egypt by studying the phenomenon during a time of cultural change at the end of the New Kingdom. This includes both practical questions on ancient manuscript use – How was the ink removed? Which papyri were salvaged and how often could they be re-purposed? – as well as matters concerning the ancient Egyptian manuscript culture, including the topic of human interaction with a written document. The latter carries particular meaning at the end of the Egyptian Bronze Age, given the variety of changes related to script, text formatting, and administrative practices noticeable in this period. Individual case studies from Deir el-Medina and other places are selected to re-trace the biography of the individual manuscripts and exemplify the potential of a careful study of the material aspects of papyri. A last important aspect of the study is the evaluation of ways to identify reused papyri and the development of methods to study and document the evidence.
Die Herrscherikonographie der Kuschiten - Selbst-/Fremdwahrnehmung anhand ihrer Repräsentation im Monumentalrelief (Arbeitstitel)
Hufft, Barbara
Ausgangslage: Ägypten und Nubien waren über Jahrhunderte vorwiegend durch wirtschaftliche aber auch durch politische und kulturelle Beziehungen eng miteinander verbunden. Grösstenteils übte dabei Ägypten, v.a. der (natürlichen) Ressourcen wegen, eine Vormachtstellung gegenüber seinen südlichen Nachbarn aus. Unter den Königen der 25. Dynastie änderte sich dieses Machtverhältnis. Die Kuschiten etablierten von Napata am 4. Nilkatarakt ausgehend ihre Oberherrschaft in Nubien und ergriffen schliesslich ihrerseits die Macht in Ägypten. Trotz der vergleichsweise kurzen, nur etwa 90 Jahre andauernden Herrschaft der Kuschiten im Niltal ist eine beträchtliche Anzahl v.a. von sakralen Denkmälern der Herrscher der 25. Dynastie in Ägypten sowie ihrem kuschitischen Heimatland erhalten. Diese folgen ägyptischen Darstellungsmodi, die jedoch zumindest teilweise deutlich an die politisch-kulturelle Sondersituation adaptiert wurden, dass das Kernland des Herrschaftsbereiches nicht zwischen 1. Nilkatarakt und Mittelmeer (‘Ägypten’) liegt, sondern in einem anderen sozio-kulturellen Umfeld im Bereich des 4. Katarakts. Eine Analyse und Kontextualisierung der Parallelen und Abweichungen der Darstellungen verspricht daher Aufschluss über mögliche Hintergründe für die gezielte Inszenierung von Königtum bzw. des entsprechenden Herrschers. Zielstellung: Die Dissertation verfolgt das Ziel der quantitativen und qualitativen Analyse der königlichen Darstellungen der 25. Dynastie wie sie sich vor allem auf den monumentalen Wandreliefs sowie verschiedenen Objekten der Kleinkunst präsentiert. Ein eingehender Vergleich der Szenen vermag nicht nur aufzuzeigen, wie ägyptische Themen und kanonische Gesetzmässigkeiten angewandt sondern auch innerhalb eines gegebenen Settings von der Eilte einer Gesellschaft mit kulturell und geographisch anders geprägter Vergangenheit adaptiert wurden. Eine gezielte kontrastierende Analyse des Corpus an aussagekräftigem Material ermöglicht zudem –zumindest bis zu einem gewissen Grad – eine Annäherung an die Frage, inwieweit die Wahrnehmung der kuschitischen Könige als indigene oder fremde Herrscher in beiden Kernbereichen (Ägypten und Nubien) reflektiert und umgesetzt wurde. Untersucht werden sollen Ausmass und Aussagekraft der unterschiedlichen Darstellungen als Politikum im Hinblick auf Königsideologie und Traditionsbewusstsein (Stichwort Archaismus), Selbst- und Fremdwahrnehmung (hier auch in der Auseinandersetzung mit Propaganda), sowie letzten Endes die kulturelle Identität der Könige der 25. Dynastie in Abgrenzung zur ethnischen Abstammung resp. der Ägyptisierung (Stichwort Akkulturation). Die Arbeit befasst sich neben der vordergründigen Herausstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden mit den fliessenden Adaptionen der kuschitischen (und ausblickend der späteren napatanischen und meroitischen) Ikonographie im Vergleich zu konventionellen ägyptischen Darstellungsmodi sowie in Abgrenzung zwischen den jeweiligen Herrschern. Outcome: Im Gegensatz zu überwiegend ethnographischen basierten Ansätzen im Bereich der nubischen Studien wird nicht die ethnische Identität (im engen Sinn von Abstammung, Hautfarbe etc.) der Kuschitenkönige in den Fokus gerückt, sondern der Frage nach ihrer (eigendeterminierten) kulturellen, politischen und/oder individuellen Identität nachgegangen sowie deren Ausprägungen bzw. Implikationen. Die ikonographische Quellenlage wirft dabei eine sehr grundsätzliche Fragestellung auf: ob und in welchem Umfang eine Zuordnung der Kuschitenkönige zu einer Dynastie von fremden, resp. ausländischen Charakters im Gegensatz zu einer indigenen, ägyptischen tatsächlich Realität dieser spezifischen antiken Gesellschaft sein kann oder vielleicht doch ausschliesslich ein modernes Konstrukt ist. Eine detailliertere Analyse solcher Repräsentationen, die in einem elastischeren Forschungsansatz wie dem der Transkulturalitätsstudien eingebettet ist, ermöglicht in facettenreicheren Dimensionen aufzufächern, wie sich die Wahrnehmung der Kuschiten als einheimische oder fremdländische Herrscher in den beiden Kernbereichen darstellt und was ihre Auswirkungen auf die ägypto-kuschitische Konzeptualisierung von Identität im Hinblick auf die multikulturellen Gesellschaften im Niltal im 1. Jt.v.Chr. sind.
Manufacture, Iconography, and Epigraphy of Inner Coffins as a Mirror of Continuity and Change of Funerary Practice During the Transitional Phase of the 22nd to the 25th Dynasty (First Millennium) in Thebes (working title)
Hunkeler, Charlotte
This thesis is based at the University of Basel. First examiner is Prof Dr Susanne Bickel (University of Basel), second examiner is Dr Christian Greco (head of the Egyptian Museum in Turin, Italy), and third examiner is Prof Dr Salima Ikram (American University, Cairo). As with all ancient Egyptian intermediate periods, also the Third Intermediate Period (1069–664 BC; 21st to 25th Dynasty) was marked by a restructuring of society, beliefs, and customs. In regard to funerary practices, the Third Intermediate Period witnessed a shift of emphasis away from tomb structures and towards the body of the dead itself. The new mummification techniques aimed to make the body as complete and perfect as possible. The emerging use of additional inner body-containers supported this goal and underlined the idealized and transfigured status of the deceased. Intermediary coffins protected the dead on his/her journey to the netherworld, while the outer coffins replaced the religious functions of a tomb. Research on the development of Third Intermediate Period coffins, apart from the Yellow Coffins of the 21st and early 22nd Dynasty, has so far only been conducted sporadically. Coffins of the 22nd to the 25th Dynasty have been researched solely in regard to individual coffins or sets. The ritual significance of the body container, the focus on materiality and manufacture, and the question of reuse have only been discussed briefly and still form desiderata in the current research of coffins. Moreover, the transition from one period to another within the Third Intermediate Period has not yet been the focus of direct research. The study of inner body-containers, especially regarding the change and continuity of manufacturing techniques, material, decoration schemes, and epigraphy can allow significant insight into the evolution of religious beliefs and ritual practices and thus, they will form the basis of my studies. To do so, my thesis will be based on a corpus of inner-most contiguous envelopes of the dead coming from Thebes, including cartonnage cases, cartonnage coffins, and wooden coffins dating to the transitional phase of the 22nd to the 25th Dynasty.
(Re)Shaping Identities: Late Bronze Age “Internationalism” and the Selective Adoption of Near Eastern Deities in an Increasingly Multi-Cultural Egypt
Huwyler, Jacqueline
This dissertation explores the Late Bronze Age (New Kingdom) surge of cultural contact between Egypt and its neighbors, and the resulting popularization of the Near Eastern goddesses Anat, Qadesh, and Astarte within Egypt. Specific emphasis is placed on the development and spread of the deities over time, and on the audience and agents of their transmission. Three main questions structure the dissertation: 1) how and why did the Near Eastern goddesses find a foothold in Egypt, 2) how did interactions with the Near Eastern cultural “other” impact LBA Egyptian presentations of their own (religious) identities?, and 3) how did Near Eastern peoples in LBA Egypt navigate their new world and shifting identities with respect to their homeland religion? This study is therefore unique in that its emphasis is on culture-contact and theories of transmission, rather than on a study of iconography. In doing so, theories of cultural habitus (P. Bourdieu), cultural translation, and liminal spaces, among others, are explored. This dissertation will also include the most complete database of evidence for each deity in Egypt to-date, considering objects and texts, as well as appearances in personal names. By examining this evidence in relation to that of “foreign” communities and peoples in Egypt, the story of these deities’ appearance in Egypt can be reconnected to the wider story of cultural sharing.
Expressiveness from Uniformity: Variety in Emic Reinterpretations of Marsh Motifs in Ancient Egyptian Elite Tombs
Lunden, Geirr Kristian Homme
My current project builds upon my previous research on what tombs were in the eyes of the ancient Egyptians, compared to what they are to modern researchers. I now focus on the ancient Egyptians’ relationship with their own art as a tradition. Modern interpreters of ancient Egyptian art have historically painted it as a tradition adhering to uniformity – avoiding innovation when it comes to the selection of the motifs decorating their tombs. It is nonetheless recognised that the act of directly copying images was an exception rather than the norm, and it is famously said in Egyptology that no two tombs are ever the same. It is therefore clear that there was a strong presence of creativity in the ancient Egyptians’ approach to art, but simultaneously few attempts to notably deviate from the standard as we see it in modern times. This begs the question: How did the ancient Egyptians engage with their own art history? As a subject, I am working with depictions of the Nile marsh. These pictures display a variety of activities taking place in the lushest and seemingly most enjoyable environments ancient Egypt had on offer. They are commonly found in the tombs of the ancient elite throughout most of pharaonic history, which opens up for the possibility of a diachronic study. The idea is then to examine selected samples of the marsh scenes as standalone images, within their context in the individual tombs, within their geographical and contemporary context, within their geographical and past historical context, within their nation-wide contemporary context, and compared to the tombs found in places and periods where the marsh motif seems to have been deliberately expelled from the standard repertoire of images used to decorate a tomb.
Zugänglichkeit, Vermittlung und Erfahrung von religiösem Wissen im Altägyptischen Neuen Reich (Arbeitstitel)
Müller, Yasmin D.
Die meisten Quellen, aus denen heute die Jenseitsvorstellungen der Alten Ägypter rekonstruiert werden (z.B. die Pyramidentexte im Alten Reich oder die Jenseitsbücher, wie das Amduat, ab dem Neuen Reich), waren in pharaonischer Zeit wahrscheinlich nur einer kleinen religiösen Elite und dem König vorbehalten. Die meisten Menschen wussten somit wohl nur bruchstückhaft über die in diesen Quellen beschriebenen Jenseitsvorstellungen Bescheid und dürften daher auch unterschiedliche Jenseitserwartungen gehabt haben. Mein Dissertationsprojekt wird die Zugänglichkeit zu und Verbreitung von Wissen über die jenseitige Existenz im Alten Ägypten untersuchen. Dabei liegt der Fokus auf möglichen Einschränkungen dieses Wissens hinsichtlich verschiedener sozialer Schichten und verschiedener Zeitepochen. Auf diesem Weg soll herausgearbeitet werden, welche – möglicherweise unterschiedlichen – Einstellungen und Erwartungen gegenüber jenseitigen Räumen und den dort angenommenen Existenzformen existierten. Und es soll auch untersucht werden, ob diese unterschiedlichen Erwartungen auch unterschiedliche Handlungen im Diesseits als Vorbereitung für das Jenseits voraussetzten und damit das jeweilige ‚Jenseitswissen‘ für den Einzelnen unmittelbar erfahrbar wurde.
Etude des registres écrits dans les textes de la période amarnienne (Arbeitstitel)
Reymond, Clémentine
Middle, Lower, and Working Class Tombs in the Reisner, Steindorff, Junker, Fischer, and Abu-Bakr Cemeteries in the Western Field at Giza
Tarek Khalil Mohammed
Die Dissertation widmet sich der Untersuchung der kleineren Grabanlagen und Grabschächte, die in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. zwischen, manchmal auch in, den grossen Mastabagräbern der hohen Beamten des frühen Alten Reiches errichtet wurden. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Analyse der architektonischen Beschaffenheit dieser bescheideneren Anlagen und auf der sozialen Zugehörigkeit der Grabbesitzer, die oft anhand kurzer Inschriften und erhalten gebliebener Grabobjekte ermittelt werden kann.
Perser- und ptolemäerzeitliche Grabfunde aus Assuan: archäologische Rekonstruktion und kulturwissenschaftliche Kontextualisierung
Werlen, Luise
A Re-Discovered Ramesside Tomb in in Qurnet Marei: TT 382 (Usermontu) – An Archaeological and Epigraphic Study
Elsayed Mamdouh Soliman
Letzte Änderung: 21.02.2023