Projekte (Univ. Bonn)

Archäologisches Projekt: Ägyptische Expeditionsreligion - Der Hathor-Tempel von Serabit el-Khadim (Sinai)

Prof. Dr. Ludwig D. Morenz

Das hieratische Schriftmaterial aus den neuen Grabungen der Universität Kairo in Saqqara

Dr. Mohamed Sherif Ali

In den Kampagnen der Universität Kairo Saqqara(Abteilung Ägyptologie) wurde zwischen 1984 und 2010 u. a. ein beträchtliches hieratisches Schriftmaterial gefunden. Unterschiedliche Schriftträger wurden in den beiden Phasen dieser Grabungen entdeckt. Diese Objekte sind nicht nur unterschiedlich in ihrem Material, sondern stammen auch aus unterschiedlichen Epochen. Darüber hinaus sind die Inhalte auch unterschiedlich. Ein Projekt, das diese Stücke bearbeitet und ihre Beziehungen zueinander und zu dem Ort, wo sie ausgegraben wurden, erforscht, wird jetzt von Herrn Mohamed S. Ali in Angriff genommen.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

Eine Gusswerkstatt der ägyptischen Spätzeit - Erfassung, Analyse und Kontextualisierung der Materialien einer Bronzegusswerkstatt von der Qubbet el-Hawa (Region Assuan)

Dr. Martin Fitzenreiter

Im Rahmen der archäologischen Arbeiten des Bonner Instituts für Ägyptologie an der Qubbet el-Hawa wurde 1969 im Bereich der Grabanlage QH 207 eine größere Anzahl Artefakte geborgen, die als Überreste einer altägyptischen Gusswerkstatt anzusehen sind. Es handelt sich dabei um Fehlgüsse, um bereits zum Teil freigelegte Güsse mit Resten der Gussform, um nicht freigelegte, aber ausgegossene Gussformen und um offenbar gar nicht zum Guss gelangte Gussformen. Röntgenbild der Gussform 207/42 für eine Harpokrates-StatueDazu kommen Negativformen für die Herstellung von Wachsmodellen, Wachsmodelle und Wachs sowie einige weitere Objekte aus einer auf die Herstellung von Götterfiguren/Amuletten spezialisierten Werkstatt. Dieses Konvolut ist in seiner Zusammensetzung für das Alte Ägypten bisher singulär und stellt auch im Horizont der antiken Gusstechnik eine äußerst bedeutende Quelle dar. Ziel des Projektes ist es, die im Bonner Museum aufbewahrten Materialien aus diesem Depot in ihrer Komplexität zu erschließen und zu publizieren.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

Schriften im Kontakt - Adaption und Neuschöpfung von Schrift in den antiken Kulturen Nubiens und Abessiniens

Dr. Francis Breyer

Gegenstand des Vorhabens ist die Anverwandlung bzw. Neukonstitution von antiken Schriftsystemen des Mittelmeerraumes bzw. Südarabiens in Nordostafrika. Dabei werden in der Schriftforschung bislang meist unbeachtete Schriftformen Nubiens und Abessiniens beleuchtet, ihre Herkunft und Vorbilder systematisch erforscht. Das Projekt verspricht eine Fülle neuer Erkenntnisse, die über die bisherigen punktuellen Behandlungen in den Einzeldisziplinen hinausgehen, insbesondere phänomenologische Aspekte zur Genese von Schrift, zu Schriftadaption und -verdrängung. Es ist in mehrfacher Hinsicht innovativ, denn: 1.) das Projekt vereint mehrere teilweise sehr verschiedene Disziplinen, wie Ägyptologie, Semitistik, Nubienkunde und Äthiopistik; 2.) das transdisziplinäre Vorhaben verbindet Ansätze der historischen Kulturwissenschaft, Linguistik und Altertumskunde durch eine übergeordnete Fragestellung; 3.) es stellt erstmals die lange vernachlässigten Schriften Nordostafrikas heraus und in den Kontext der europäischen und vorderasiatischen Schriften. Bisherige Modelle zur Entwicklung der Schrift werden vor diesem Hintergrund neu zu profilieren sein.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

Schrift-Kultur - Zu Medialität und Mentalität phono-semantischer Hybride in Zusammenarbeit mit der Altorientalistik, Altamerikanistik, Semitistik und Sinologie

Prof. Dr. Ludwig D. Morenz

Von der Schrift im weiteren Sinn (also verschiedenen Formen der Notation) können wir die Schrift im engeren Sinn unterscheiden, und diese weist als Spezifikum durch die Fixierung phonetischer Elemente einen konkreten Sprach-Bezug auf. Während unser Alltag durch die phonozentrische Alphabetschrift geprägt ist, erweist sich diese im historischen Rückblick als eine Sonderentwicklung aus dem Typus der phono-semantischen Hybridschriften und konkret der ägyptischen Hieroglyphenschrift. Die Alphabetschrift hat nur einen einmaligen Ursprung, während wir für die phono-semantischen Hybridschriften einen polyzentrischen Ursprung ansetzen können: Ägypten, Mesopotamien und Susianna, China und Mesoamerika.

In Zusammenarbeit von Ägyptologie, Altorientalistik, Altamerikanistik, Semitistik und Sinologie untersuchen wir diesen Prozeß der Schriftentwicklung in eben diesen Bereichen in medien-, mentalitäts- und sozialgeschichtlicher Perspektive.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

Hieratische Ostraka im Kairo Museum

Dr. Mohamed Sherif Ali

Unter den vielen metallenen Kästen des Ägyptischen Museums Kairo, die im Magazin gelagert sind, befindet sich einer mit der Kennzeichnung S.R. 18953. Der Kasten enthält eine Sammlung von beschrifteten Keramikfragmenten, deren Texte vorwiegend zur Gattung der Topfaufschriften gehören. Wie man auf Grund der modernen Beschriftung auf der Rückseite eines Ostrakons schließen kann, stammt dieses Material anscheinend aus Theben und wurde 1905/06 von Theodore Davies gefunden. Ein Projekt zur Bearbeitung dieser Ostraka wird von Herrn Mohamed Sherif Ali durchgeführt.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

Ancient Egyptian Zwischenwesen. A history of Egyptian demonology according to the mortuary papyri from the New Kingdom to the Ptolemaic Period

Dr. Rita Lucarelli

This thesis would be a comprehensive study on demonology in the ancient Egyptian religion, according to the evidence given by mortuary papyri. Demons are represented in different ways, often ambiguously, in ancient Egypt, and this poses problems for definition and classification. The book will addresses these issues through an analysis of the textual and iconographical data on demons, which abound in the funerary papyri from the New Kingdom onwards, especially those of the “Book of the Dead” and “Guides of the Netherworld” genre, as well as in the funerary documents of the Late and Ptolemaic periods. Therefore, the main aim of this thesis is to take the mortuary papyri as a case study for the investigation on the ancient Egyptian demonology, since they provide a central though as yet unprocessed corpus for the study of demons as
conceived in the world‐view of the ancient Egyptians.

The main focus of the research will be the function that demons fulfill within the ancient Egyptian funerary religion and how funerary beliefs have influenced the daily practice of magical rituals against malevolent demons. According to previous studies of the writer, a typology of demons will be proposed, arguing that demons can be distinguished from the ontological category of gods and that the funerary and very often illustrated papyri of the New Kingdom and later includes central evidence supporting such a theory.

Magical papyri of daily use and other textual and material sources (also from the earlier periods), where the demons mentioned in the funerary papyri occur as well, will be taken as reference‐material for comparison and in order to discuss the numerous and variegated points of contact among beliefs in demons acting in the netherworld and on earth, also considering that many of those demonic creatures wander in between this and the other world.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

Wissensordnungen und Wissensrepräsentationen im Alten Ägypten - eine historisch-epistemologische Untersuchung

Dr. Amr El Hawary

Das Habilitationsprojekt von Dr. El Hawary soll einen Beitrag zur Diskussion um vormoderne Denkformen leisten und stellt erstmalig in der Ägyptologie die grundepistemologischen Fragen an das altägyptische Material. Dieses Projekt will ein dynamisches Bild über die altägyptischen Wissenskulturen erarbeiten. An erster Stelle steht die Sichtung bzw. das Zusammentragen des für das Thema Wissen relevanten Bild- und Textmaterials. Erkenntnis-geleitet wird zum einen die Frage nach der Wissensordnung und zum anderen die Frage nach den Repräsentationsformen und Mechanismen von Gelehrsamkeit im Alten Ägypten und deren Dynamisierungsmomenten gestellt. Die Herausarbeitung altägyptischer Sichtweisen über Gelehrsamkeit und ihre Ordnungsprinzipien, Repräsentationsformen, Abstraktionsstrategien und ihre soziokulturell bedingte mediale Inszenierung als Antwort auf die immer aktuellen Fragen nach dem Guten, Wahren und Schönen dient primär dazu, die Diskussion um „östliche“ Philosophien von einer ontologischen Beurteilung auf eine greifbare epistemologische Ebene zu verlagern (Einführung). Dies soll durch die genaue Untersuchung der Wissenssemantik und des Wissensvokabulars im Textkorpus des altägyptischen Totenbuchs (Teil I), der Vorstellung von Subjekt als erkenntnistheoretische Instanz in altägyptischen Selbstpräsentationen (Teil II) und von Raum und Zeit als kategoriale Voraussetzungen des Erkenntnisprozesses in Text und Architektur im Alten Ägypten (Teil III) erreicht werden. Dabei betont der Ansatz der historischen Epistemologie, den ich in die Ägyptologie einführen möchte, die Kontingenz des Wissens und seine soziokulturelle Abhängigkeit in der Konzeption, Konstruktion und Produktion von wissenschaftlichen Paradigmen und Weltanschauungen und kann daher der Erarbeitung einer altägyptischen Epistemologie dienen. Somit wird eine neue Perspektive erkenntnistheoretischer Untersuchung auf altägyptische und vormoderne Weisheit eröffnet.

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

SFB 1167 "Macht und Herrschaft" - Teilprojekt "Vom doppelten Horus. Königsideologische Arbeit in der formativen Phase des ägyptischen Königtums und ihre Inszenierung"

Prof. Dr. Ludwig Morenz; Beryl Büma, M. A.; David Sabel, M. A.

Das 4. und frühe 3. Jt. v. Chr. war die formative Phase der altägyptischen Kultur. Sowohl neue methodische Ansätze als auch spektakuläre archäologische Funde und Befunde aus Hierakonpolis, Abydos und anderen Orten erlauben und fordern ein besseres und tieferes Verständnis der frühägyptischen Königsideologie. Das Teilprojekt untersucht sakro-politische Vorstellungen und verortet sie kulturhistorisch im Rahmen der Herrschaftsordnung beim Aufbau des seinerzeit neuartigen Territorial-‚Staates‘ im Niltal. So dürfen Erkenntnisse zur Prägung von Diskursen, zu Inszenierungen von Herrschaft sowie der damit verbundenen Entwicklung von Kulturtechniken aber auch die Entdeckung neuer historischer Fakten erwartet werden.