Projekte (Univ. Bonn)

Totenbuch-Projekt Bonn - "Edition des Altägyptischen Totenbuches vom Neuen Reich bis zur Römerzeit"

Das Altägyptische Totenbuch ist eine Sammlung von ca. 200 Sprüchen, die in unterschiedlicher Auswahl auf verschiedenen Textträgern zu finden ist. Hauptsächlich wurden die Texte - häufig versehen mit begleitenden Darstellungen (Vignetten) - auf Papyrusrollen dem Verstorbenen mit ins Grab gegeben, jedoch sind auch Mumienbinden, Leichentücher, Grab- und Tempelwände sowie Särge und andere Gegenstände der Grabausstattung mit Totenbuch-Texten beschriftet worden. Die Texte und ihre Vignetten behandeln die wesentlichen Inhalte des altägyptischen Jenseitsglaubens: den Wunsch nach körperlicher Unversehrtheit und Bewegungsfreiheit, nach Versorgung, Abwehr von Gefahren und Aufnahme unter die Götter. Ihr Belegzeitraum reicht über anderthalb Jahrtausende von der Zweiten Zwischenzeit (um 1600 v.Chr.) bis etwa zur Zeitenwende.

Ein aussagekräftiges Bild vom Altägyptischen Totenbuch und seiner Geschichte kann nur durch die Untersuchung einer möglichst großen Anzahl von Manuskripten gewonnen werden. Hierzu trägt das 2004 in das Programm der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommene Bonner Totenbuch-Projekt mit der Edition repräsentativer Textzeugen und übergreifenden Studien entscheidend bei. Als Publikationsorgane stehen hierfür die Reihen Handschriften des Altägyptischen Totenbuchs (HAT) und Studien zum Altägyptischen Totenbuch (SAT) zur Verfügung.

Daneben sammelt das Projekt die über die Museen, Sammlungen und Bibliotheken der Welt verstreuten Manuskripte mit allen verfügbaren Daten in seinem Archiv. Dieses weltweit größte Totenbuch-Archiv mit mehr als 4000 Einträgen (Stand Juni 2009) wird international von Wissenschaftlern und anderen Interessierten intensiv genutzt.

Weitere Arbeitsbereiche umfassen die Analyse des Totenbuch-Wortschatzes, die Erstellung einer Bibliographie zum Altägyptischen Totenbuch sowie die Erarbeitung von Hilfsmitteln zur Datierung der Handschriften.

Vor seiner Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften wurde das Projekt seit 1994 durch die DFG gefördert. Bis 2001 war es ein gemeinschaftliches Vorhaben der Ägyptologischen Seminare der Universitäten Bonn und Köln (Projektleiter: Prof. Dr. Ursula Rößler-Köhler und Prof. Dr. Heinz-Josef Thissen).

http://www.iak.uni-bonn.de/abt...

 

Letzte Aktualisierung: 19. 10. 2016