Projekte (Univ. HU Berlin)

Mograt Island Archaeological Mission

Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Näser/Dr. Cornelia Kleinitz

Archaeological Mission to Musawwarat es Sufra

Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Näser/Dr. Cornelia Kleinitz

Post-excavation work and publication of the data gathered in the PHE-funded field seasons in the H.U.N.E. islands concession at the Fourth Nile Cataract

Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Näser, Mitarbeiter: Dr. Cornelia Kleinitz

Das Gräberfeld S/SA in Aniba: Strukturen und Realitäten der ägyptischen Präsenz in Unter¬nubien vom Mittle¬ren Reich bis in die Dritte Zwischenzeit

DFG-Sachbeihilfe, Prof. Dr. Claudia Näser, Lehrbereich Ägyptologie und Archäologie Nordostafrikas, Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Hans-W. Fischer-Elfert, Ägyptologisches Institut der Universität Leipzig, Mitarbeiter: Dr. des. Jana Helmbold-Doyé, Dr. Anne Seiler, Laufzeit: 1.11.2010 – 31.10.2012

Der Ort Aniba lag etwa 230 km südlich von Assuan im unternubischen Niltal und ist heute im Nasser-Stausee versunken. Aniba war im 2. Jahrtausend v. Chr., als der ägyptische Staat seinen Machtbereich den Nil entlang nach Süden ausdehnte, das Verwaltungszentrum der Provinz Unternubien. Seine archäologischen Zeugnisse umfassen mehrere Siedlungen und Gräberfelder der indigenen Bevölkerungen, eine zur Stadtanlage erweiterte ägyptische Festung sowie einen ausgedehnten Friedhof mit ägyptischen Charakteristika. Diesem gilt das Vorhaben.
Ziel des Projekts ist zunächst, den Friedhof S/SA durch eine Neuvorlage des archäologischen Materials für die moderne Forschung zu erschließen. Erstmals soll eine detaillierte Chronologie erstellt und die Belegungsgeschichte des Fundplatzes nachgezeichnet werden. Die kulturhistorische Auswertung verspricht grundlegende Erkenntnisse zu den bisher weitgehend ungeklärten Strukturen und Realitäten ägyptischer Präsenz in Unternubien, d.h. im Hinblick auf die umrissenen historischen Abläufe und die konkreten kulturellen Praktiken der Bestattungsgemeinschaft des Friedhofs S/SA. Mit dem Projekt soll zudem eine neue Materialgruppe, Friedhofsbefunde, für die Untersuchung der pharaonisch-ägyptischen Außenpolitik erschlossen und damit ein neuer Blickwinkel auf diesen Bereich eröffnet werden.

Ancient Eg. Classifiers in a Diachronic Perspektive

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Kammerzell/Prof. Dr. Orly Goldwasser (Jerusalem)

German-Israeli cooperative project conducted by Orly Goldwasser (The He-brew University of Jerusalem) and Frank Kammerzell (HU).
The major subject matters of the project are the systematic principles gover-ning the usage of graphemic classifiers in Ancient Egyptian hieroglyphic wri-ting, their variation in accordance with different text sorts and/or distinct me-dia of transmission, their transformation in time, and the diachronic develop-ment of categorization practice in general. Graphemic classifiers or determi-natives (as they have been traditionally called in Egyptology) represent a type of hieroglyphs that often, though not obligatorily, were attached to a content word and without being realized in spoken language indicated the category to which the classified element belonged. In contrast to modern Western scripts, which make use of graphemic classifiers only infrequently, this sign class was quite regularly used in Egyptian hieroglyphic writing and by this constitutes an explicit system of categorization.
The two groups work on the basis of a common theoretical model, which was developed and tested during the last fifteen years in close cooperation of the applicants and their pupils and has been considerably refined in 2007. The in-vestigations to be conducted will be corpus-based and for the first time will take into consideration also those lexemes from among nouns and verbs which regularly occur with a zero-classifier

Die Ritzmarken der ägyptischen Frühzeit

DFG-Sachbeihilfe; Projektleitung: Prof. Dr. Frank Kammerzell/Dr. Eva-Maria Engel

Während der „Nullten“ bis Zweiten Dynastie (um 3100-2700 v. Chr.) in Ägypten, annähernd zeitgleich mit der Einführung der Hieroglyphenschrift und der Entwicklung regionaler Fürstentümer zum ersten Flächenstaat, fand auf Keramikgefäßen ein Notationssystem aus – vor dem Brennen in den Ton eingeritzten oder nach dem Brand eingesägten – graphischen Zeichen Verwendung. Derartige Markierungen treten sowohl auf stark normierten Vorratsgefäßen als auch auf Importgefäßen, Geschirr und Brotbackformen auf. Bedeutung und Funktion dieses Notationssystems sowie sein Verhältnis zur Hieroglyphenschrift sind ungeklärt. Das Projekt analysiert die etwa 6000 derzeit bekannten Belege mit Blick auf ihre zeitliche Entwicklung, ihre jeweili-gen Herkunftsräume, ihre Verwendung auf unterschiedlichen Gefäßtypen, den Stellenwert der so markierten Gefäße im Wirtschaftssystem Ägyptens sowie Entstehung und Ende dieses Systems. Da die meisten Marken auf sehr einheitlichen Gefäßen aus mutmaßlich staatlichen Produktionsstätten ange-bracht und diese mit Siegeln staatlicher Einrichtungen verschlossen waren, wird das Projekt dazu beitragen, Einblick in die sich entwickelnde Organisation der Wirtschaftsverwaltung zu erlangen. Ebenso werden unsere Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen der an Bedeutung gewinnenden Hieroglyphenschrift und einem möglicherweise autarken Notationssystem erweitert.

Variation and change of classifier systems

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Kammerzell

Implicit Classification

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Kammerzell/Thekla Wiebusch (Paris), Mitarbeiter: Eliese-Sophia Lincke, Linda Heinig, Daniel Werning

Von F. Kammerzell geleitete Arbeitsgruppe im Rahmen des von der European Science Foundation geförderten Netzwerks Stability and adaption of classification systems in a cross-cultural perspective (COST A31). Gegenstand sind System, Gebrauch sowie synchrone und diachrone Variation von Klassifikatoren in unterschiedlichen Sprachen und Kommunikationsmedien (gesprochenen Sprachen, geschriebenen Sprachen, Zeichensprachen).

Totenkult im Tempelgrab - zur Rekonstruktion funerärer Praktiken im spätzeitlichen Theben (Ägypten)

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Kammerzell/Dr. Julia Budka

Gegenstand des Projekts Totenkult im Tempelgrab sind besonders signifikante Elemente im Wesen und in der Entwicklung des ägyptischen Totenkults im 1. Jahrtausend v. Chr. Dabei wird exemplarisch vom Grab des Anch-Hor (6. Jahrhundert v. Chr.) im Asasif, einem Teilbereich der thebanischen Nekropole, ausgegangen. In diesem Areal kam es während der Spätzeit (722 v. Chr. bis 332 v. Chr.) zu einer Blütezeit für Elitebestattungen. Die höchsten Beamten wurden wie Anch-Hor in sehr spezifischen Anlagen bestattet, die unter dem Namen Tempelgräber bekannt sind, da ihre äußere Form und ihr innerer Aufbau an Heiligtümer für Gottheiten erinnern. Anhand der Dokumentation und Analyse der Funde aus dem Grab des Anch-Hor sollen eruiert werden: (1) mögliche Beziehungen zwischen dem spezifischen Totenkult und der Grabarchitektur der Spätzeit, (2) Besonderheiten des Totenkults in einem Tempelgrab im Unterschied zu Kulthandlungen in vorangehenden Perioden, (3) Textzeugnisse und bildliche Darstellungen, die den materiellen Befund zur Rekonstruktion der funerären Praxis in Tempelgräbern unterstützen sowie (4) die diachrone Entwicklung ritueller Handlungen im Grab des Anch-Hor bis ins 3. Jahrhundert v. Chr.

 

Letzte Aktualisierung: 03. 04. 2017