Projekte (Univ. München)

Online Egyptological Bibliography (OEB) / Aigyptos

Projektleitung: Prof. Dr. John Baines und Dr. Gareth Roberts (beide Oxford), Projektverantwortliche in München: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann und PD Dr. Martina Ullmann / in Heidelberg: Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack, Projektmitarbeiter: Andreas Hutterer, M.A. (München); Stefanie Hardekopf, M.A. (Heidelberg); Stefan Unter (München)

Mit dem Aigyptos-Literaturdatenbankprojekt wurde seit 1990 am Münchner Institut (seit 1996 in Kooperation mit dem Heidelberger Institut) die aktuelle ägyptologische Fachliteratur systematisch erschlossen. Seit 2001 ist die Datenbank im Internet frei abfragbar. Seit 2011 läuft ein gemeinsames Projekt zwischen Aigyptos und der an der Oxford University beheimateten Online Egyptological Bibliography (OEB), dem Nachfolger der Annual Egyptological Bibliography (AEB). Ziel ist die Zusammenführung der Bestände und Suchoptionen beider Datenbanken, wodurch ein die gesamte ägyptologische Fachliteratur von 1822 bis heute umfassendes Rechercheinstrument entstehen wird, zumal auch die Bibliographie Altägypten (BA) von Christine Beinlich bereits in die OEB integriert ist. Das standardisierte Schlagwortsystem von Aigyptos wird dabei als Suchoption weiterhin erhalten bleiben, zusätzlich zu den Abstracts der OEB. Dies verspricht einen deutlichen Zugewinn an Effektivität und Informationsgehalt für die Literatursuche.

Bis in die zweite Hälfte 2013 hinein wird Aigyptos aber noch frei online verfügbar sein.

OEB / Aigyptos

Tuna el-Gebel Grabungsprojekt

Projektleitung: Prof. Dr. Dieter Kessler; Mélanie Flossmann-Schütze, M.A. (Stellvertretung), Projektmitverantwortlicher: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann, Feste Projektmitarbeiter: Katrin Schlüter, M.A.; Alexander Schütze, M.A.; Patrick Brose

Tuna el-Gebel ist die moderne Bezeichnung für die Nekropole des antiken Hermupolis Magna, des heutigen el-Aschmunein, in Mittelägypten. Der Friedhof erstreckt sich über mehrere Kilometer am westlichen Rand des Niltals. Von 1989 bis 2011 erschloss ein Kooperationsprojekt des Institutes für Ägyptologie der LMU München und der Faculty of Archaeology der Cairo University die ausgedehnte unterirdische Tiernekropole und die dazugehörigen Kult- und Verwaltungsbauten sowie den nördlichen Teil der griechisch-römischen Nekropole von Tuna el-Gebel. Seit 2012 wird das Langzeitgrabungsprojekt durch das Institut für Ägyptologie der LMU München mit einem neuen Schwerpunkt auf den dazugehörigen Siedlungsstrukturen fortgesetzt. Eine weitere Kooperation mit der Cairo University ist in Planung.

Das Projekt verbindet archäologische Grabungs- und Dokumentationsarbeiten mit zooarchäologischen Untersuchungen der Tiermumien (in Zusammenarbeit mit dem ArcheoBioCenter der LMU) sowie geophysikalischer Prospektion, um so Fragen nach der Organisation der spätzeitlichen ägyptischen Tierfriedhöfe, ihrer Kultgemeinschaften und der Kultpraxis zu beantworten.

Projekt Tuna el Gebel

Münchner Arbeitskreis Junge Aegyptologie - MAJA

PD Dr. Alexandra Verbovsek, Dr. Gregor Neunert, Kathrin Gabler M.A.

MAJA veranstaltet in regelmäßigen Abständen Workshops zu aktuellen Forschungsthemen. Ziel von MAJA ist dabei die Etablierung eines Forums für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in der deutschsprachigen Ägyptologie, das dem Kennenlernen, dem Austausch und vor allem der Präsentation eigener Forschungsergebnisse im Rahmen einer offenen Diskussionsrunde zu einem übergreifenden Thema dienen soll. Dabei ist es unser primäres Anliegen, das Diskussionsinteresse junger graduierter (Magister/M.A.) oder promovierter Kolleginnen und Kollegen anzusprechen.
MAJA 1 (03.12.-05.12.2010): Sozialisationen: Individuum – Gruppe – Gesellschaft
MAJA 2 (02.12.-04.12.2011): Nekropolen: Grab – Bild – Ritual
MAJA 3 (07.12.-09.12.2012): Bild: Ästhetik - Medium - Kommunikation

Münchner Arbeitskreis Junge Aegyptologie - MAJA

Münchner Bilddatenbank zu Altägypten

Projektleitung: Dr. Arnulf Schlüter; PD Dr. Martina Ullmann, Projektverantwortliche: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann; Dr. Sylvia Schoske, Projektmitarbeiter: Dr. Edith Bernhauer, Essam Hammam, B.A.

Dieses im Frühjahr 2012 gestartete Gemeinschaftsprojekt des Münchner Ägyptologischen Instituts und des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München sieht die Digitalisierung der umfangreichen Bildbestände beider Institutionen zu Altägypten vor. In der ersten Projektphase sollen etwa 30.000 als Kleinbilddias vorliegende Originalaufnahmen aus Ägypten und ägyptischen Museen/Sammlungen professionell gescannt und im Rahmen einer durch die IT-Gruppe Geisteswissenschaften der Universität München erstellten Datenbank die Metadaten zu den Abbildungen erfasst werden. Ziele des Projektes sind die Erleichterung des Zugangs zu den Bildern, die wissenschaftliche Aufbereitung der dazugehörenden Information sowie letztendlich der Erhalt der oftmals wissenschaftshistorisch bedeutsamen Abbildungen auf einem zeitgemäßen Speichermedium.

In einem zweiten Schritt soll sodann die Glasplattensammlung des Münchner Ägyptologischen Instituts digitalisiert und aufbereitet werden.

Münchner Bilddatenbank zu Altägypten

Der Tempel Amenophisʼ III. von Wadi es-Sebua

Projektleitung: PD Dr. Martina Ullmann (München); Prof. Dr. Regine Schulz (Hildesheim), Projektmitarbeiter: Luigi De Cesaris (†), Alberto Sucato, Emiliano Ricchi, Katy Doyle, Pieter Collet

Ziel des Projektes ist es, den bis dato nur wenig bekannten und kaum erforschten Tempel Amenophis' III. in Wadi es-Sebua in seinen historischen, kunsthistorischen und religiösen Bedeutungsebenen zu erfassen, um damit die Frage nach der Stellung dieses Kultbaus innerhalb der sakralen Landschaft des nördlichen Nubien beantworten zu können. Die Chance zu diesem Vorhaben ergab sich durch die kürzliche Wiederentdeckung der seit über 40 Jahren verloren geglaubten Wandmalereien von der Fassade und aus dem Inneren des zentralen Sanktuarraumes im Magazin des Ägyptischen Museums in Kairo durch M. Ullmann. In dem Projekt sollen diese mehrfach antik überarbeiteten Wandmalereien aus dem Tempel nun zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht, restauriert, dokumentiert und analysiert werden. Die Rekonstruktion der verschiedenen Dekorationsphasen ist dabei von größter Bedeutung für die Analyse und die Interpretation der Kultanlage und ihre Einbettung in den sich verändernden kulturhistorischen Kontext von Amenophis III. über die Amarnazeit bis in die 2. Hälfte der Regierungszeit Ramses' II. Insbesondere für die späte Regierungszeit Amenophis' III. sind die wiederentdeckten Malereien nach dem bisherigen Stand der Voruntersuchungen von besonderer Relevanz.

Der Tempel Amenophisʼ III. von Wadi es-Sebua

Koptische nichtliterarische Texte aus dem thebanischen Raum

Projektleitung: Dr. Suzana Hodak, Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Günter Burkard

Das thebanische Westufer entwickelte sich seit dem 6. Jh. zu einem Hort blühenden Lebens, in dem neben verschiedenen dörflichen und städtischen Ansiedlungen vor allem das monastische Ideal nach asketischem oder koinobitischem Modell gelebt wurde.

Zeugnis hiervon legen neben archäologischen Überresten im Besonderen die schriftlichen Hinterlassenschaften ab. Diese unpublizierten Textquellen – in erster Linie Ostraka, d. h. Keramik- oder Kalksteinscherben, sind Gegenstand dieses Projektes, das seit 2008 von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Den inhaltlichen Schwerpunkt bilden aktuell die Textfunde aus der Klosteranlage von Deir el-Bachit in Dra’ Abu el-Naga. Hierzu zählen sowohl die Texte aus dem Zentrum des Klosters auf der Hügelkuppe als auch die Funde aus den zugehörigen Wirtschaftsanlagen in der nachgenutzten Doppelgrabanlage K 93/11-12 unterhalb der Hauptanlage. Weitere unpublizierte Textbestände aus dem thebanischen Raum sind in Vorbereitung.

Koptische nichtliterarische Texte aus dem thebanischen Raum

 

Letzte Aktualisierung: 27. 03. 2013