Projekte (Univ. Mainz)

"Altägyptische Kursivschriften: Digitale Paläographie und systematische Analyse des Hieratischen und der Kursivhieroglyphen"

Ursula Verhoeven

Dieses langfristig angelegte Akademievorhaben wird im April 2015 starten und stellt eine Kooperation der JGU Mainz, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und der Abt. Computerphilologie der Technischen Universität Darmstadt dar.
Weitere Einzelheiten: http://www.uni-mainz.de/presse/62743.php.
Siehe auch weiterhin: http://www.hieratistik.uni-mainz.de

"Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung" (DFG)

Sprecherin: Tanja Pommerening

Das von der DFG geförderte Graduiertenkolleg 1876 befasst sich mit den frühen Mensch- und Naturvorstellungen im vorderasiatischen, nordostafrikanischen und europäischen Raum. Beteiligt sind folgende Fachgebiete: Ägyptologie, Altorientalische Philologie, Vorderasiatische Archäologie, Klassische Philologie, Klassische Archäologie, Mediävistik, Byzantinistik und Medizingeschichte.
Es bietet seit 1. Oktober 2013 ein strukturiertes Forschungs- und Qualifizierungsprogramm, in dem die Beteiligten anhand von Texten, Abbildungen und materiellen Quellen aus der Zeit von etwa 3200 v. Chr. bis zum Mittelalter erarbeiten werden, wie sich Konzepte des Menschen und der Natur entwickelt und im Rahmen der Verbreitung und Vermittlung zwischen Kulturen und Zeitepochen verändert haben.

Weitere Informationen

"The Asyut Project" - Die altägyptische Nekropole von Assiut: Dokumentation und Interpretation (DFG)

Projektleitung: Jochem Kahl (Freie Universität Berlin), Ursula Verhoeven (JGU Mainz) in Kooperation mit Mahmoud El-Khadragy (Universität Sohag)

Seit 2005 läuft dieses Projekt an der JGU Mainz in Kooperation mit der University of Sohag und inzwischen auch in Kooperation mit der FU Berlin. Ziel ist die Aufnahme bestehender Strukturen der Nekropole im Gebel Asyut el-gharbi, Dokumentation der Bauten, Dekorationen und Funde sowie eine Rekonstruktion der Belegungsgeschichte vom Alten Reich bis in islamische Zeit.

Bearbeitungen von Mainzer Seite: Keramik (A. Kilian); Holzmodelle (M. Zöller-Engelhardt); Hammersteine (S. Prell); Graffiti des Neuen Reiches (U. Verhoeven, S.A. Gülden, E. Gervers); Tierknochen (Ch. Kitagawa); koptische Klosteranlagen (I. Eichner/RGZM)

Weitere Informationen

"Metrologia". Measures Systems and the Foundation of Ancient Cultures: Diachronic and Diatopic Studies of Weight and Capacity Measures

Mitarbeiterin: Tanja Pommerening

METRO-LOGIA ist ein vom DAAD im Jahr 2012 und 2013 gefördertes, interdisziplinäres französisch-deutsches Kooperationsprojekt, das zwischen den Universitäten Brest (Université de Bretagne Occidentale) und Mainz (JGU)/München (LMU) besteht. Ziel ist es, Gebrauch, Funktion und Verbreitung der unterschiedlichen Gewichts- und Hohlmaßsysteme im Alten Orient (2. bis 1. Jt. v. Chr.) in ihrem sozio-ökonomischen und historischen Kontext zu untersuchen. Die Maßsysteme sind neben ihrer mathematisch-technischen Relevanz wichtige kulturelle Marker der antiken Gesellschaften und ein wesentliches Werkzeug, um kulturelle Grenzen, interne administrative Vorgänge sowie externe Beziehungen zu erkennen. Dazu ist eine systematische komplementäre Zusammenarbeit auf philologischem und archäologischem Gebiet erforderlich.

Weitere Informationen

Die Gräber des Nefri, Gua, Sepi I–III und Seni in Dayr al-Barsha

Kooperation: Tanja Pommerening (JGU Mainz); Harco Willems (KU Leuven)

Das im Rahmen des Dayr al-Barsha Projects der KU Leuven angelegte Projekt umfasst die Freilegung, Dokumentation und Publikation der in Zone 2 von Dayr el-Barsha gelegenen fünf Schachtgräber, u.a. von Nefri, Gua, Sepi I–III und Seni. Die Gräber wurden 1897 von Daressy und seinem Team wiederentdeckt und ausgegraben; die Teilergebnisse sind indes in einem Artikel nur so rudimentär publiziert, dass ohne Nachgrabungen eine Zuweisung der bedeutsamen, heute u.a. in London, Kairo und Paris befindlichen Objekte zum originären Kontext unmöglich ist. Ziel des Projektes ist es, 1. die durch Nachgrabungen auf Bodenniveau erhaltenen Restfunde und Bruchstücke mit bereits in Museen befindlichen Objekten zu vergleichen, um die originäre Grabausstattung des jeweiligen Grabes zu rekonstruieren, 2. die Architektur zu ermitteln, 3. die in den Gräbern gefundenen Objekte integral und im historisch-vergleichenden Kontext auszuwerten und 4. die Stufen der Freilegungen und Aufschüttungen im Areal seit der Antike zu reflektieren.

Weitere Informationen

Interdisziplinärer Arbeitskreis Alte Medizin

Vorsitzende: Tanja Pommerening

Der Arbeitskreis Alte Medizin ist ein seit über dreißig Jahren an der JGU angesiedeltes internationales Forum für den gegenseitigen Austausch über laufende Forschungsprojekte, die sich mit frühem heilkundlichen Wissen unterschiedlicher Kulturen, dessen Tradierung und Rezeption befassen. 2013 wurde der Arbeitskreis in die Gruppe der von der JGU geförderten Interdisziplinären Arbeitskreise (IAK) aufgenommen, um als Keimzelle zur Bildung größerer Strukturen und besserer Sichtbarkeit der Forschungsprojekte zu dienen.

Weitere Informationen

"Writings of Early Scholars" – Übersetzung vormoderner Wissenschaftssprachen

Tanja Pommerening (JGU Mainz), Annette Imhausen (Goethe Universität Frankfurt)

Die Übersetzung vormoderner wissenschaftlicher Texte stellt Studierende wie Forschende immer wieder vor besondere Herausforderungen, vor allem auch, weil eine systematische Referenzgrundlage für den Umgang mit diesen Texten und ihrer Übersetzung bislang fehlt.
Das von der Fritz Thyssen-Stiftung geförderte Projekt, dessen Basis drei Workshops bilden, hat daher zum Ziel, eine Gruppe auf diesen Gebieten arbeitender Wissenschaftler zusammenzuführen, um grundsätzliche Probleme der Erstellung von Übersetzungen wissenschaftlicher Texte zu eruieren, Lösungsvorschläge anzubieten und einen methodologischen Rahmen zu schaffen, mit dessen Hilfe die Qualität zukünftiger Übersetzungen antiker wissenschaftlicher Texte verbessert werden kann.

Weitere Informationen

Die Ritualszene des Strickspannens

Dagmar Budde

Die seit der frühdynastischen Zeit bezeugte Ritualszene des Strickspannens, innerhalb derer die Göttin Seschat gemeinsam mit dem König den Grundriss des zukünftigen Tempels festlegt, wird monographisch untersucht. Die Text- und Bilddokumente wurden zusammengestellt, philologisch bearbeitet und ikonographisch ausgewertet. Da die meisten und ausführlichsten der Textquellen aus griechisch-römischen Tempeln stammen, nimmt die Bearbeitung dieser Zeugnisse den größten Raum ein. Weitere Kapitel widmen sich den übrigen Episoden des Gründungsrituals, den beteiligten Göttern und Göttergruppen oder den verwendeten Werkzeugen und der Fachterminologie.

Weitere Informationen

Terrakotten

Sandra Sandri

Bei den gräko-ägyptischen Terrakotten (abgeleitet vom italienischen terra cotta – gebrannte Erde) handelt es sich um kleinplastische Objekte aus Ton (Statuetten, figürliche Lampen und Gefäße, Terrakotta-Platten mit figürlichem Reliefdekor), die vom 3. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr. in Ägypten hergestellt wurden. Sie zeichnen sich in Stil und Motivik durch eine ausgeprägte Mischung aus ägyptischen und griechischen Elementen aus. Noch heute sind Tausende dieser Figuren in den Museen der Welt erhalten, die aufgrund ihrer fast industriellen Massenproduktion in Modeln eine der umfangreichsten Objektgattungen des griechisch-römischen Ägypten bilden.

Weitere Informationen

"Bilder vom Nil". Eine Studie zur visuellen Konzeptionalisierung des ägyptischen Flusses und seiner Flut vom 4. Jh. v. Chr. - 7. Jh. n. Chr.

Sandra Sandri

Der Nil und die jährliche Überschwemmung des an seinen Ufern gelegenen Ackerlandes bildeten die Lebensgrundlage Ägyptens. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Fluss seit jeher eine große Rolle in der ägyptischen Kultur spielte und diese ihren Niederschlag auch in Form von vielfältigen Darstellungen fand.
In der durch die Auseinandersetzung mit der griechischen und römischen Kultur geprägten Epoche der Herrschaft der Ptolemäer und römischen Kaiser lässt sich einerseits der Einfluss fremder Kunsttraditionen konstatieren, andererseits verbreiteten sich mit dem Nil in Verbindung stehende Bilder weit über die Grenzen des Landes hinaus und wurden z.T. bis in die Spätantike weitertradiert. Im Fokus des geplanten Projekts stehen erstmals neben Bildern der Nillandschaft, die in Ägypten selbst selten belegt sind, alle zwei- und dreidimensionalen Wiedergaben von Göttern, Menschen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen vom 4. Jh. v. Chr. – 7. Jh. n. Chr., die auf den Fluss und seine Flut verweisen.

Weitere Informationen

Größere Einzelpublikationen

Rolf Gundlach, Ursula Verhoeven

Größere Einzelpublikationen:

  • Echnaton und seine Zeit (R. Gundlach),
  • Einführung in das ägyptische Totenbuch (U. Verhoeven),
  • Der Totenbuch-Papyrus des Monthpriesters Chaemhor (U. Verhoeven)

 

Letzte Aktualisierung: 16. 12. 2014