Projekte (Univ. Leipzig)

Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde (ZÄS)

Herausgeber: Prof. Dr. Susanne Bickel (Basel), Prof. Dr. Hans-W. Fischer-Elfert (Leipzig), Prof. Dr. Antonio Loprieno (Basel), Prof. Dr. Tonio Sebastian Richter (Leipzig); Redaktion: Dr. Lutz Popko

Die Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde (ZÄS) ist das älteste ägyptologische Fachorgan der Welt. Sie wurde 1863 von Heinrich Brugsch begründet und 1864 bis 1884 von Brugschs Lehrer Richard Lepsius, dem Begründer der Ägyptologie in Deutschland, weitergeführt. Nach dessen Tod 1884 wurde die ZÄS wieder von Heinrich Brugsch herausgegeben, welchem bis 1888 Ludwig Stern und ab 1889 Adolf Erman als Mitherausgeber zur Seite standen. Kurz vor Brugschs Tod 1894 wurde Georg Steindorff assoziiert. War die Herausgabe der ZÄS bis dahin in Göttingen (Brugsch) und Berlin (Lepsius, Stern, Erman) lokalisiert, so wurde sie mit Georg Steindorff, der seit 1893 das Ägyptologische Seminar der Leipziger Universität leitete, in Leipzig etabliert. Dort befand sich auch die Hinrich’sche Verlagsbuchhandlung, durch welche die ZÄS seit ihrer Gründung verlegt worden war. Von 1907 an war Georg Steindorff Alleinherausgeber der ZÄS, bis 1935, nach seiner durch die Rassegesetze erzwungenen Emeritierung, Walther Wolf erst die Mit- und 1938 die Alleinherausgeberschaft übernahm. Nach Heft 1 des Jahres 1943 stellte die Zeitschrift ihr Erscheinen kriegsbedingt ein. Als Fritz Hintze und Siegfried Morenz die ZÄS im Jahr 1954, drei Jahre nach Steindorffs Tod im amerikanischen Exil und elf Jahre nach dem Nullpunkt kriegsbedingter Einstellung des Erscheinens 1943 im Jahr 1954 wiederbegründeten, erwarben sie der Zeitschrift nicht sowohl durch Tatkraft, als vielmehr durch persönliche politische Integrität ihren Standort in der Ägyptologie zurück. Sie erscheint seither im Berliner Akademie Verlag. Nach Morenz’ plötzlichem Tod 1970 übte Fritz Hintze, nun der einzige auf dem Gebiet der DDR verbliebene Ordinarius für Ägyptologie, die Herausgeberschaft der ZÄS zunächst alleine aus. Allein die Redaktion verblieb am Leipziger Ägyptologischen Institut; 1987 wurde die Leipziger Ägyptologin Elke Blumenthal von Hintze als Mitherausgeberin verpflichtet, 1992, kurz nach der politischen Wende in der DDR, kam der Ordinarius des Basler Ägyptologischen Seminars Erik Hornung hinzu. Seit dem Tod Fritz Hintzes 1993 ist somit die Herausgeberschaft der ZÄS mit den Ägyptologischen Instituten der Städte Leipzig und Basel verbunden. Im Jahr 2000 ist Elke Blumenthals Lehrstuhl-Nachfolger Hans-W. Fischer-Elfert als Herausgeber assoziiert worden, im folgenden Jahr 2001 Erik Hornungs Nachfolger am Basler Ägyptologischen Seminar Antonio Loprieno. Nach zwanzig Jahrgängen als Herausgeberin der ZÄS ist dann im Jahr 2007 auf eigenen Wunsch und Entschluss Elke Blumenthal aus dieser von ihr so lange und so intensiv wahrgenommenen Verantwortung zurückgetreten. Mit ihrer Zustimmung nimmt seit diesem Zeitpunkt Sebastian Richter die Tätigkeit als Mitherausgeber, der schon seit 1999 die Redaktion der ZÄS innehatte, und im Jahr 2009 kam schließlich noch die Baseler Professorin Susanne Bickel als vierte Herausgeberin hinzu.

Die ZÄS veröffentlicht Aufsätze in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache zum gesamten Gebiet der Ägyptologie einschließlich der Demotistik und der Nachbardisziplinen Koptologie und Meroitistik.

ZÄS

Neupublikation des frühdynastischen Gräberfeldes von Abusir

Dirk Blaschta, M.A.; Robert Kuhn, M.A.

Das Leipziger Museum verfügt über eine große Anzahl von Funden, die allesamt aus der 1911 von Georg Steindorff und Uvo Hölscher durchgeführten Grabung einer frühdynastischen Nekropole nahe Saqqara stammen und durch die damals übliche Fundteilung nach Leipzig kamen. Einige Funde wurden in der 1928 publizierten Arbeit von Hermann Bonnet veröffentlicht. Mit entsprechendem Archivmaterial sowie einer Neubearbeitung der Objekte unter zeitgemäßen archäologischen und soziokulturellen Fragestellungen werden nun die Funde und das Gräberfeld erneut untersucht. Dabei stehen eine Rekonstruktion der ehemaligen Grabinventare und die Bedeutung des Gräberfeldes innerhalb des Sakralraumes Saqqara/Memphis im Fokus.

Neupublikation des frühdynastischen Gräberfeldes von Abusir

Polytheistische Frömmigkeit unter den Pharaonen Polytheistic Piety in Pharaonic Times

Prof. Dr. Elke Blumenthal

1. Das „schwangere Nilpferd” und andere göttliche Nothelfer
The „pregnant hippopotamus“ and other divine helpers
in Arbeit
2. Die Götter des Penbui von Deir el-Medine
The Gods of Penbui at Deir el-Medine

Vorarbeit:
Einleitung: Projekt – Quellen – Person zu
Georg Meurer: Penbui – Wächter an der Stätte der Wahrheit. Eine prosopographische Untersuchung zu Deir el-Medine in der 19. Dynastie. London 2015 (im Druck)

http://www.gko.uni-leipzig.de/...

Archäologische Forschungen im Ramesseum – Theben West

Dr. Benoît Lurson

In Kooperation mit der Mission
Archéologique Française de Thèbes-Ouest (MAFTO)
Grab der Gottesgemahlin Karomama (22. Dynastie) im Tempel der Tuja im Ramesseum entdeckt

Während seines Aufenthaltes in Luxor erwarb Karl Richard Lepsius bei einem Antiquar zwei Kanopen und neun Uschebtis der Gottesgemahlin Karomama (22. Dynastie), die, laut Verkäufer, aus einem Schacht im Ramesseum stammten[1]. Ein halbes Jahrhundert später veröffentlichte Quibell in seiner Publikation zum Ramesseum ein Uschebti mit dem Namen eben jener Gottesgemahlin[2]. Er macht keine genauen Angaben zur Fundstelle, aber dieses Objekt bestätigt nichtsdestotrotz, dass sich das Grab der Karomama an einer Stelle im Ramesseum befinden muss.

Im Rahmen der Grabungskampagne 2014 im Ramesseum wurde nun das Grab der Karomama entdeckt. Es befindet sich im nördlichen Sanktuar des Tempels der Tuja. Die Ausgrabung dieses Tempels findet in enger Zusammenarbeit zwischen der Mission Archéologique Française de Thèbes-Ouest (www.mafto.fr), dem Centre d’Étude et de Documentation sur l’Ancienne Égypte (CEDAE/SCA) und dem Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig unter der Leitung von PD Dr. Benoît Lurson statt. Finanziell gefördert wird dieses archäologische Projekt durch die Gerda Henkel Stiftung (http://www.gerda-henkel-stiftung.de/).

Das Grab besteht aus einem 5 Meter tiefen Schacht, an dessen Ende sich die Kammer anschließt. Im Schacht wurden in situ die Überreste eines beachtlichen Depots aus Opfern und Keramik gefunden. Der untere Teil der Absperrungsmauer des Eingangs zur Grabkammer ist noch intakt und besteht aus Steinen. Es wurden am Eingang zur Kammer ca. 30 fragmentarische Uschebtis mit dem Namen der Gottesgemahlin gefunden, die es ermöglichen, das Grab der Karomama zuzuweisen. In der Kampagne wurde nur der Eingang zur Kammer freigelegt.

Trotz ihres fast königlichen Status ist wenig über Karomama bekannt. Bis heute beschränkten sich die einzigen Objekte mit ihrem Namen auf ca. 15 Uschebtis (s. Photo), zwei Kanopen, eine Statuette der Maat (Herkunft aus Karnak), eine von Lepsius im Ramesseum gefundene usurpierte Statue (Berlin ÄMP 2278) und vor allem die exquisite damaszierte Bronzestatue im Louvre Museum (http://cartelfr.louvre.fr/cartelfr/visite?srv=car_not_frame&idNotice=178...)[3]. Infolgedessen hat der Fund nicht nur große Bedeutung für die Geschichte des Ramesseums und der dort angesiedelten Nekropole der Dritten Zwischenzeit. Er könnte auch einen Beitrag dazu leisten, diese Epoche Ägyptens besser zu verstehen.

Photo 1: Der untere Teil der Absperrungsmauer des Eingangs zur Grabkammer

Photo 2: Untere Teile zweier Uschebtis noch in situ am Eingang der Grabkammer

[1] LD III, Taf. 256, b-c et f; LD III Text, S. 136-137.

[2] J. E. Quibell, The Ramesseum (ERA II), 1896, Taf. II, 11.

[3] S. K. Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit. Teil II: Die 22.-24. Dynastie, 2007, S. 226-228.

http://www.gko.uni-leipzig.de/...

Kontakte der Niltalkulturen zum äthiopischen Hochland vom 3. – 1. Jahrtausend v. Chr

Dr. Iris Gerlach (Deutsches Archäologisches Institut, Orientabteilung, Dr. Dietrich Raue

Arbeitsbereich: Materielle Kulturkontakte zum Sudan und nach Ägypten.

Kurzbeschreibung
Der gewaltige Bedarf an Rohstoffen Nordostafrikas ist mit der beginnenden Staatlichkeit Ägyptens im späten 4. Jt. v. Chr. eine Konstante der Wirtschaftsgeschichte der Kulturen des Niltals. Aus den Hauptverbreitungsgebieten des Weihrauchs gibt es allerdings bislang keinerlei archäologische Evidenz für die Partner im Fernhandel während des 3. – 2. Jahrtausends v. Chr. Hinzu kommen durch jüngste Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts im Tigray die Funde ägyptischer Importe, die im Rahmen dieser Kooperation bearbeitet und veröffentlicht werden.

Am 18. – 19.9.2014 fand in der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts ein Koordinationstreffen statt, zu dem das Ägyptologische Institut/Ägyptische Museum der Universität Leipzig für die Bearbeitung Kontakte zwischen dem Niltal und dem Äthiopischen Hochland hinzugeladen wurde.

Weiterführung
ja

Finanzierung
Einladung des Deutschen Archäologischen Instituts

http://www.gko.uni-leipzig.de/...

Digital Rosetta Stone

Dr. Monica Berti, Dr. Franziska Naether

Der „Stein von Rosette“ ist eines der berühmtesten Artefakte der Antike. Er ist das Besucherhighlight im British Museum in London. Anhand dieses dreisprachigen Objekts entzifferte J.-F. Champollion im Jahr 1822 die Hieroglyphen. In der Lehre spielt der Inhalt der Inschrift eine untergeordnete Rolle. Es handelt sich um ein Dekret mit Beschlüssen, die eine Synode von Priestern mit dem Pharao getroffen hatte. Diese umfassen Bestimmungen zur Religionspraxis wie Aufstellung von Weihestatuen, Tempelbau oder Einführung von neuen Kulten. Daneben werden Informationen zur politischen Geschichte geliefert. Solche Dekrete sollten in allen Tempeln Ägyptens aufgestellt werden. Es ist von Interesse, die Kommunikation der Entscheidungen von politischen und religiösen Kräften an die Bevölkerung mit Studierenden nachzuvollziehen. Der Hauptteil dieses Projekts ist es, den Text sprachlich und inhaltlich nachzuvollziehen. Selten sind Studierende in der Lage, alle drei Sprachen im Original lesen zu können. In den Lehrveranstaltungen wollen wir daher auf bestehende digitale Ressourcen zurückgreifen, um im Dialog neue Tools zu entwickeln. Für den griechischen Part greifen wir auf Vorarbeiten zurück: er ist Teil der Fragmenta Historicorum Graecorum von Karl Müller (Bd. 1, 1841). Dieses Corpus wurde im Rahmen der Leipzig Open Fragmentary Texts Series (LOFTS) http://www.dh.uni-leipzig.de/wo/dfhg/ digitalisiert. Für die beiden ägyptischen Partien gibt es nur Umschriften. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, die neue Technologie des Alignments anzuwenden: Dafür werden die drei antiken Versionen und verfügbare Übersetzungen Wort für Wort miteinander verknüpft. Dies geschieht zusätzlich auf fotografischer Ebene – in Kooperation mit dem British Museum – mit der Software „Alpheios“. Man kann per Mausklick auf das Objekt den antiken Text und die Übersetzung sehen. Dazu werden die antiken Texte nach den aktuellen Standards der sprachlichen Kodierung zusammen mit Projektpartnern an der HU Berlin eingegeben. Außerdem wurde die griechische Variante bereits morphosyntaktisch mithilfe des „Arethusa Treebanking Editors“ erstellt: Was fehlt, ist die komplette Eingabe des Texts in Alpheios sowie das Treebanking für das Demotische und das Hieroglyphische. Dafür werden Hilfskräfte benötigt. Das Endprodukt ist eine umfassende digitale Edition, wie es sie noch nicht für ein mehrsprachiges antikes Dokument gibt. Die Studierenden werden mit der Quelle und den digitalen Techniken vertraut gemacht.

Digital Rosetta Stone - weiterführende Informationen und Links

Ägypten in der Schule

Dr. Nadja Braun, Stephanie A. Kuschnarëw M.A.

Die Unterrichtseinheit „Ägypten – eine frühe Hochkultur“ wird im Geschichtsunterricht an deutschen Schulen in der 5. oder 6. Jahrgangsstufe unterrichtet. Doch wenngleich dieser Themenbereich zweifelsfrei zum Basiswissen des Faches Geschichte gerechnet werden kann, sind die Fachkenntnisse der Lehrerinnen und Lehrer in diesem Bereich mitunter unzureichend. Der Ägyptologe Dietmar Noering stellte bereits 1980 fest: „Der Ägyptologe wird mit dem Lehrer nachsichtig sein müssen. Tatsache ist, daß im Regelfall kein Fachwissen vorhanden sein wird. Die Beschäftigung mit dem Alten Ägypten gehört nicht zur Ausbildung.“

Tatsächlich mangelt es auch bzw. gerade nach der Umstellung der universitären Ausbildung der Lehramtsanwärter auf den polyvalenten Bachelor an einem Modul zum alten Ägypten. Jeder Ägyptologe weiß jedoch, dass die Kultur und die Geschichte Ägyptens aufgrund der einzigartigen geographischen Beschaffenheit des ägyptischen Kulturraums, des Weltbildes der Ägypter, ihrer Gesellschaftsform sowie ihrer Religion keineswegs mit Rom oder Griechenland gleichgesetzt werden können, weshalb hier zwangsläufig „größere Lücken und Trägheitsmomente“ (Noering) entstehen als zu diesen nähergelegenen Fachbereichen.

Außerdem wurde von Seiten der Ägyptologie immer wieder auf bestehende Mängel und Fehler in den Schulbüchern hingewiesen. Seit einer ersten Untersuchung durch Rosemarie Klemm im Jahre 1979 kam es zwar zu Verbesserungen, doch wie eine neuere Untersuchung von Birger Schütt belegt, scheint in dieser Hinsicht weiterhin Handlungsbedarf zu bestehen. Während nämlich eine Lehrkraft in anderen Bereichen der Geschichte eventuelle Fehler in den Arbeitsmaterialien korrigieren kann, so muss sie sich im Bereich des alten Ägyptens viel stärker als sonst auf das verlassen, was die Schulbuchverlage als abgesichertes Wissen vorgeben.

Eine Zusammenarbeit zwischen Ägyptologie und Schule ist daher ein schon seit Langem bestehendes Desiderat, wenngleich man lange Zeit nicht wusste, in welcher Form ein solcher Austausch überhaupt stattfinden sollte. So kann es nicht genügen, wenn Ägyptologen den Lehrkräften (und Schulbuchverlagen) nur Fakten bereitstellen, da diese bei der didaktischen Aufbereitung falsch interpretiert werden könnten oder Fragen auftauchen würden, die ein Ägyptologe nicht bedacht hat. Auch die Museumspädagogik ist nicht in der Lage, diese Basisarbeit zu leisten, vielmehr sollten Museumsbesuche als gewinnbringende Ergänzung und Vertiefung des Unterrichts gesehen werden.

Das Projekt „Ägypten in der Schule“ hat es sich daher zum Ziel gesetzt, eine Basiseinheit zum Thema „Ägypten – eine frühe Hochkultur“ zu entwerfen, die auf ägyptologischem Fachwissen basiert, das so verkürzt und didaktisch aufbereitet wurde, dass es sich für den Einsatz im Geschichtsunterricht der Unterstufe eignet und den Anforderungen des Lehrplans gerecht wird. Diese Unterrichtseinheit wurde im Schuljahr 2008/09 bereits erfolgreich einem ersten Praxistest unterzogen.

Das weitere Anliegen ist es nun, Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen von Fortbildungsseminaren nicht nur den Zugang zu geeignetem Quellenmaterial zu öffnen und ihnen grundlegendes Hintergrundwissen zu einzelnen Themenbereichen (z.B. Schrift, Königtum und Staat, Religion, Totenkult) zu vermitteln, sondern ihnen auch Unterrichtsmaterial an die Hand zu geben. Auf diese Weise soll es ihnen ermöglicht werden, die ägyptischen Quellen im Unterricht zum Sprechen zu bringen und den Schülerinnen und Schülern das Basiswissen über das alte Ägypten zu lehren.

Ein weiteres Ziel, das das Ägyptologische Institut – Georg Steindorff – der Universität Leipzig mit diesem Projekt verfolgt, ist es aber auch, im Rahmen solcher Seminare einen Raum für einen gewinnbringenden Austausch von Fachwissen und pädagogischem Wissen zu schaffen.

Als erste Projektergebnis kann seit Juli 2017 ein in Kooperation mit dem Hochfranken-Gynasium Naila erarbeiteter Schülerführer durch die Sammlung des Ägyptischen Museums - Georg Steindorff im Museum erworben werden. Dieser beinhaltet von Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums erarbeitete Objekttexte, Hintergrundinformationen und einen heraustrennbaren Bastelbogen. Zusätzlich wurde im Wahlkurs der Begabtenförderung ein Aufsteller entworfen, der auf dem Namensgeber Georg Steindorff basiert. Dieser markiert die Objekte der Sammlung, welche ursprünglich aus der Privatsammlung Steindorffs stammten.

Das Projekt erhielt den Preis der Unternehmerinitiative Hochfranken für die besten P-Seminare der Region und soll mit Erstellung eines Audioguides im Herbst 2018 fortgeführt werden.

Weitere Informationen sind auf der Website des Gymnasiums zu finden.

Ägypten in der Schule

Katalog Ägyptischer Sammlungen in Leipzig

Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert (fischere@rz.uni-leipzig.de), Mitarbeiter: Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert, Stephanie A. Kuschnarëw M. A., Dr. Franziska Naether, Dr. Angela Onasch, Dr. Dietrich Raue, PD Dr. Tonio Sebastian Richter, Dipl.-Bibl. Kerstin Seidel, Dr. Friederike Seyfried, Dr. Frank Steinmann, Dr. Katharina Stegbauer, Karl-Heinrich von Stülpnagel (Restaurator), Marion Wenzel (Photographin) et al.

Erarbeitung eines wissenschaftlichen Bestandskataloges des Ägyptischen Museums der Universität (und kleinerer Bestände in anderen Leipziger Sammlungen) nach Gattungen.

Erschienen:

Bd. 1 — Statuen und Statuetten
Katalog ägyptischer Sammlungen in Leipzig, 1,
Statuen und Statuetten / bearb. von Renate Krauspe.
Mit Zeichn. von Frank Steinmann

Bd. 2 — Tongefäße
Katalog ägyptischer Sammlungen in Leipzig, 2,
Tongefäße von der vordynastischen Zeit bis zum Ende des
mittleren Reiches / bearb. von Frank Steinmann

Bd. 3 —Coptica
Koptische Ostraka und Papyri; Koptische und Griechische Grabstelen aus Ägypten und Nubien; Spätantike Bauplastik; Textilien und Keramik. Gedruckt mit Mitteln der Brigitte und Martin Krause-Stiftung beim Stifterbund der Deutschen Wissenschaft im Auftrag des im Ägyptologischen Instituts/Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig herausgegeben von Dietrich Raue.
Bearbeitet von:
Suzana Hodak; Tonio Sebastian Richter; Frank Steinmann

In Arbeit befinden sich die Bände zu:
— Keramik II (Dr. Frank Steinmann; Vorarbeiten Katja Zimmermann, M.A.)
— Skarabäen und Siegelamulette (in Arbeit, Dr. Angela Onasch)
— Totenstatuetten, Grabkegel, Opfertafeln (Vorarbeiten Alexander Rost, M.A.), Ptah-Sokar-Osiris-Figuren (Vorarbeiten Sandra Müller, M.A.)
— Uschebtis (Vorarbeiten Dr. Elke Freier)
— Upuaut-Darstellungen (Vorarbeiten Ekkehard W. Neumann, M.A.)
— Mumien, Särge und Grabausstattung (2 Bände)
— Reliefs (Vorarbeiten Prof. Dr. Elke Blumenthal)
— Hieratische Ostraka (in Arbeit; Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert)
— Demotische Ostraka (in Arbeit; Dr. Franziska Naether)
— Öllampen (abgeschlossen, Manuskript in Vorbereitung, Melanie Ertel, M.A.)
— Seelenhäuser (Manuskript liegt vor, Megeed Metwally M.A.)
— Schminkpaletten (Robert Kuhn M.A., Vorarbeiten Stephanie A. Kuschnarëw M.A.)
— Silicae (Robert Kuhn M.A., Vorarbeiten Dr. Katharina Stegbauer)
— Schmuck, Amulette (Vorarbeiten Dr. Silvia Köpstein)
— Funde aus Aniba (Aniba-Projekt s.u.)
— etc.

Katalog Ägyptischer Sammlungen in Leipzig

Ausgrabungen auf Elephantine /Assuan (Ägypten)

Prof. Dr. H.-W. Fischer-Elfert, Dr. D. Raue

in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut Kairo (DAI) und dem Schweizerischen Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde Kairo

Bearbeitung der hieratisch beschrifteten Funde aus Elephantine (Fischer-Elfert); Ausgrabung in der Stadt des Alten Reichs, Beziehungen Nubiens zu Ägypten im 4.-2. Jahrtausend v. Chr. (Raue); Publikationsvorbereitungen für die Veröffentlichung zu den Grabungen 2000-2006 in der Stadt des Alten Reichs

Finanzierung: DAI

Ausgrabungen auf Elephantine /Assuan (Ägypten)

Grabung in Heliopolis (Kairo, Ägypten) / Excavations at Heliopolis – The Cultic Centre of the Sun-God of Heliopolis (Egypt)

Dr. Dietrich Raue

Archäologische Untersuchungen im Tempelbezirk von Heliopolis mit dem Schwerpunkt auf den zentralen Kultbereichen des Gebiets

Mitarbeiter/Kooperationspartner: Dr. Aiman Ashmawy, Ministery of State of Antiquities, Cairo/Egypt, Dr. Dietrich Raue, Prof. Dr. Dieter Fritsch (Institut für Photogrammetrie der Universität Stuttgart), Prof. Dr. Aschraf Mansur (German University in Cairo), Prof. Dr. Morgan De Dapper (Department of Geography, Ghent University), Tomasz Herbich (Institute of Archaeology and Ethnology / Polish Academy of Sciences, Warschau)

Finanzierung: Gerda-Henkel-Stiftung, Bertold-Leibinger Stiftung, private Zuwendungen (22.2. – 1.4.2012); Antragstellung und Berichterstattung beim Ägyptischen Antikendienst für die Herbstkampagne; DFG (Pilotphase, 1. Kampagne, 25.9.-26.10.2012)

letzte Kampagne: 31.08. – 10.10.2017.

Kurzbeschreibung:
Der Sonnenkult war über drei Jahrtausende das zentrale Element der altägyptischen Religion, und Heliopolis sein Zentrum: Der Platz der Weltschöpfung und ein landesweiter Referenzpunkt. Die architektonische Gestaltung und landschaftliche Einbettung von Heliopolis sind Gegenstand zahlreicher Annahmen. Jedoch beruhen die bisherigen Hypothesen zu diesem Zentrum des Sonnenkults überwiegend auf dekontextualisierten Objekten.Das bedeutendste Relikt innerhalb der Anlage ist eine gewaltige Ringstruktur von gut 400 m Durchmesser und 65 m Breite, die im östlichen Teil des Haupttemenos lag. Die funktionale Deutung der Ringstruktur ist allerdings umstritten, ebenso wie ihre Datierung und ihr baugeschichtlicher Zusammenhang. Angesichts der gewaltigen Dimensionen dieses Bauwerks wird während einer Pilotphase ein geomorphologischer und ein geophysikalischer Survey durchgeführt. Viel diskutierte Themen der Ägyptologie, wie etwa die Transformation einer mythischen Landschaft der Weltentstehung in eine architektonische Religionsinszenierung, werden auf einer ganz neuen Grundlage verhandelbar sein. Die astronomischen Hypothesen zum Sonnenkult in seinem Zentrum können dank einer exakten Vermessung erstmals überprüft werden. Im Alten Ägypten ging man - wie auch in der modernen Ägyptologie - davon aus, dass die größten Tempelzentren, wie etwa Karnak und der Aton-Tempel von Amarna, ihr Vorbild in Heliopolis hatten. Das vorliegende Projekt soll auch zu dieser Annahme erstmals vor Ort primäre Evidenz liefern.

Website des Projektes

Grabung in Heliopolis (Kairo, Ägypten)

StiL – Studieren in Leipzig, Qualitätspakt Lehre der Bundesregierung

Prof. Dr. Frank Zöllner, Prof. Dr. Hans-W. Fischer-Elfert

„StiL“ ist ein Maßnahmenpaket bestehend aus mehreren Säulen, um die Infrastruktur an der UL zu optimieren. Von zentraler Bedeutung wird ein Ausbau der Beratung für Studienanfänger in der Orientierungsphase angesehen. Zudem sollen bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre erzielt werden.

Mitarbeiter: Jana Raffel M.A. (wissenschaftliche Hilfskraft für Integration der Universitätsmuseen in der Lehre), Sophie Möschen, M.A., Asja Müller, M.A., Anne Nörlich, M.A., Julia Jushaninowa, M.A., Anna Kuschnarew, M.A. (studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte als Tutoren)

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)

StiL – Studieren in Leipzig, Qualitätspakt Lehre der Bundesregierung

Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache. Text- und Wissenskultur im alten Ägypten

Prof. Dr. Hans-W. Fischer-Elfert, Dr. Peter Dils, Dr. Lutz Popko, Dr. des. Ines Köhler, Anne Herzberg M.A. (wissenschaftliche Hilfskraft), Billy Böhm, B.A., Christin Stöshel, B.A., Susi Bergmann, B.A., Anne Möckel, B.A. (studentische Hilfskräfte)

Ein Projekt an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (2013-2034)

Kooperationspartner: Vorhaben „Altägyptisches Wörterbuch“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Finanzierung: Bund-Länder-Finanzierung im Rahmen der Akademieforschung

Kurzbeschreibung

Mit ihrer 4500-jährigen Geschichte zählt die ägyptische Sprache zu den frühestbezeugten Sprachen und ist zugleich die Sprache mit dem längsten schriftlichen Überlieferungszeitraum der Menschheit. Sie präsentiert das Universum des Wissens einer der prägenden Kulturen der Alten Welt. Die Wissenschaftsakademien in Berlin und Leipzig haben gemeinsam das Akademienvorhaben „Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache. Text- und Wissenskultur im alten Ägypten“ initiiert.

Die langjährige und bewährte Zusammenarbeit der Leipziger und Berliner Ägyptologie, aus der schon das weltweit genutzte gedruckte Wörterbuch der ägyptischen Sprache sowie die digitale Textdatenbank Thesaurus Linguae Aegyptiae hervorgegangen sind, kann auf diese Weise fortgesetzt werden.

Die einander ergänzenden Arbeitsstellen beider Akademien bauen gemeinsam einen umfassenden, philologisch-linguistisch annotierten, digitalen Corpus ägyptischer Texte aus allen Sprach- und Schriftepochen auf. Dadurch soll das Projekt einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den Wortschatz des Ägyptischen, seine Strukturen und seinen Wandel sprach-, text- und kulturgeschichtlich sowie im Kontrast von Allgemein- und Fachsprache im Internet darzustellen, durch Instrumente der dynamischen Recherche und Analyse zu erschließen und schließlich der Forschung in der ganzen Komplexität seiner linguistischen, historischen und sozialen Realität verfügbar zu machen, und dies über die engeren Fachgrenzen hinaus.

Strukturen und Transformationen des Wortschatzes der ägyptischen Sprache

Materialuntersuchung an nubischer Keramik des 2. Jahrtausends v. Chr.

Dr. Dietrich Raue, Prof. Gerd Klöss (Institut für Mineralogie der Universität Leipzig) Mitarbeiter: Gerald Eisenblätter

Die Beschaffenheit und Zusammensetzung nubischer Keramik des 2. Jahrtausends v. Chr. wird mit chemischen Methoden und Geräten analysiert und beschrieben.

Mitarbeiter:
Tom Münster, Alexander Bähre (Institut für Mineralogie und Kristallographie), Melanie Schreiber (FU Berlin)

Kurzbeschreibung:

Seit den Anfängen der nubischen Archäologie fasziniert die extreme Perfektion und Ästhetik der Feinkeramik der unter- und obernubischen Kulturen die archäologischen Disziplinen. Erst die moderne Analytik erlaubt es jedoch, die Herstellungsweise zu rekonstruieren. Während dies für einige Objektgruppen andernorts erfolgreich erprobt wurde, ist bezüglich der sogenannten silbergebänderten Tulpenbecher aus Kerma-Stadt nach wie vor durch kein Verfahren der experimentellen Archäologie die Herstellungsweise geklärt worden. Die jüngsten Geräteanschaffungen am Institut für Mineralogie haben erstmals die Aufstellung von plausiblen Hypothesen ermöglicht: Die Grundlage der aufwändigen Dekoration ist offensichtlich im obernubischen Kerngebiet von Kerma Granitstaub, der im Brand ein anderes Verschmelzungsverhalten aufweist und zu einem silbrig glänzenden Band verschwimmt. In der unternubischen Nekropole des Zentralorts Aniba wird offenbar mit lokalen Materialien ein identischer Effekt angestrebt, wobei die Untersuchungen den Verdacht auf einen bewusst synthetisch hergestellten Farbstoff nahelegen.

Tests an weiteren Objektgruppen sind angedacht.

Materialuntersuchung an nubischer Keramik des 2. Jahrtausends v. Chr.

Ausgrabung in Wad ben Naga

Projektleiter: Pavel Onderka (Prag); Dr. Dietrich Raue, Mitarbeiter: Ramona John (Leipzig), Alexander Gatzsche (Restaurator, Berlin/Leipzig), Erik Spindler (Leipzig) sowie weitere Mitarbeiter aus Prag und aus dem Sudan

Kurzbeschreibung und Bearbeitung in 2012: Ausgrabung des meroitischen Palasts sowie angrenzender Tempel. Internationaler „StiL“-Lehrauftrag am Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig (WS 2012-13 und SS 2013)

Finanzierung: Deutsch-Tschechischer Nationalfonds, Förderung ab 2013 durch tschechische Regierung

Kurzbeschreibung

Die archäologische Stätte von Wad Ben Naga befindet sich etwa 130 km nördlich der sudanesischen Hauptstadt Khartum, am rechten Nilufer gelegen. In der Antike war Wad Ben Naga ein sehr wichtiges urbanes Zentrum auf der heute durch die UNESCO geschützten „Insel von Meroe“. Als Wad Ban Naga am Ende der napatanischen Periode (4. Jh. v. Chr.) von Bion von Soloi besucht wurde, muss hier bereits eine bedeutende Siedlung mit einer bemerkenswerten Größe existiert haben. Im 4. Jahrhundert v. Chr. und darauf folgend wurden in Wad Ben Naga viele Tempel und ein großer königlicher Palast errichtet. Ihren Höhepunkt erreichte die Siedlung um die Zeitenwende. Damals war Wad Ben Naga die am südlichsten lokalisierte Stadt am Nil. Der Niedergang der Stadt ist wohl während des Zusammenbruchs der Meroitischen Kultur im 4. Jh. n. Chr anzusetzen, jedoch verblieben weiterhin kleine Bevölkerungsgruppen vor Ort.In den letzten drei Jahren realisierte die Forschungsexpedition vier Grabungskampagnen unter der Teilnahme von tschechischen und Leipziger Wissenschaftlern und Studenten. Die erste Grabungskampagne wurde vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond unterstützt. Nach vier Kampagnen hat sich nun die Expedition nach Wad Ben Naga als eine ständige archäologische Ausgrabung in der Republik Sudan etabliert.

Die nächsten Grabungskampagnen der archäologischen Expedition nach Wad Ben Naga sollen auf zwei Ziele ausgerichtet sein: Zum einen ist die Fortsetzung der Konservierung der Lehmziegelfundamente des sog. Amani-schacheto-Palastes vorgesehen. Zum anderen ist die Freilegung des so genannten Typhoniums geplant.
An der Expedition nach Wad Ben Naga ist die Universität Leipzig über die Entsendung eines Doktoranden beteiligt, die sich auch in der jüngsten Publikation des Projekts niedergeschlagen hat: Onderka, Pavel and Vlastimil Vrtal (eds) 2013. Wad Ben Naga: 1821-2013, mit Beiträgen von Jiřina Daškova, Alexander Gatzsche, Marie Dufková, Eric Spindler and František Vace. Praha: National Museum.

Weiterführung: Ja

Finanzierung: Einladung des Nationalmuseums Prag; Deutsch-Tschechischer Zukunftsfond.

Ausgrabung in Wad ben Naga

 

Letzte Aktualisierung: 16. 11. 2017